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Basisinformationen zum Erdgas
Erdgas ist ein Energieträger aus fossilen Substanzen, der sich in unterirdischen Lagerstätten befindet. Es entsteht ähnlich wie
Erdöl, weshalb oftmals in den Lagerstätten Erdöl- und Erdgasvorkommen zu finden sind. Die Zusammensetzung des Erdgases ist sehr
unterschiedlich und richtet sich immer nach dem Fundort. Jedoch haben eines alle Arten von Erdgas gemeinsam: Methan ist der Hauptbestandteil, weshalb
Erdgas, im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern, den höchsten Wasserstoffgehalt und den geringsten Kohlenstoffgehalt aufweist. Durch
den hohen Wasserstoffgehalt wird bei der Verbrennung eine sehr hohe Energie freigesetzt und das Erdgas ist somit besonders umweltfreundlichen. Bei der
Verbrennung werden auch nur sehr geringe Mengen an umweltschädigenden Kohlenstoffverbindungen wie CO² und CO freigesetzt. Was nach einer
Verbrennung übrig bleibt ist größtenteils Wasserstoff, weshalb Erdgas im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit an erster Stelle steht.
Erdgas zeichnet sich dadurch aus, dass es ungiftig, geruchlos und leichter als Luft ist. Es kann zum einen für die motorische Verbrennung und zum
anderen auch energetisch genutzt werden. Zudem entzündet es sich erst bei sehr hohen Temperaturen, die um die 600 Grad Celsius liegen und der
Luftbedarf für die Verbrennung liegt bei rund 10ml Luft pro ml Erdgas. Bei einer Verbrennung in modernen Anlagen entsteht zwischen 20 und 50
Prozent weniger Kohlendioxid Rückstände als es bei anderen fossilen Brennstoffen, wie Öl oder Kohle, der Fall ist. Des weiteren entsteht
bei der Verbrennung kein Ruß und auch kein Rauch, was die Umwelt ganz erheblich schont und sich auch positiv auf die modernen Gasgeräte a
auswirkt.
Das Erdgas gelangt direkt durch unterirdische Leitungen zu den Kunden, sodass auch Transporte über die Straßen oder Schienen vermieden
werden, was ebenfalls die Umwelt entlastet. Des weiteren kann Erdgas hervorragend mit der Gewinnung von anderer Energie kombiniert werden.
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Die Gewinnung von Erdgas
Erdgas befindet sich in Lagerstätten in der Erde, die zunächst einmal ausfindig gemacht werden müssen. Dies geschieht anhand von
geophysikalischen und seismischen Messungen. Durch einen Aufschlussbohrung wird dann herausgefunden, ob es an den vermuteten Stellen wirklich Erdgas
gibt und ob sich eine Förderung aus dieser bestimmten Lagerstätte wirtschaftlich rechnet. Bei einer Aufschlussbohrung wird eine Probebohrung
in bis zu 7.000 Metern Tiefe vorgenommen. Obwohl die Berechnungen recht zuverlässig sind, geht man im Durchschnitt von drei Fehlbohrungen auf eine
erfolgreiche Bohrung aus. Wird an der entsprechenden Stelle Erdgas nachgewiesen und eine Förderung erweist sich als rentabel, beginnen erst die
eigentlichen Produktionsbohrungen.
Wird der Bohrturm nicht mehr benötigt, wird er abgebaut und das Bohrloch wird für die Förderung von Erdgas vorbereitet. Hierbei wird die
Zementierung durch mehrere Sprengladungen perforiert und die Förderung des Erdgases kann beginnen.
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Die Förderung und der Transport von Erdgas
Das aus den Lagerstätten geförderte Erdgas wird unter der Erde gespeichert und gelangt durch Pipelines zu dem Abnehmern. Unterschieden wird
zwischen drei verschiedenen Lagerstätten: Aquifer-, Kavernen- und Porenspeicher, die sich in Tiefen von 180 bis 3.000 Metern befinden.
Neben der Beförderung von Erdgas durch die Pipelines kann Erdgas auch mit den Schiff transportiert werden. Hierzu muss das Erdgas jedoch auf
Temperaturen von minus 162 Grad Celsius herunter gekühlt werden. Bei solchen Temperaturen verflüssigt sich Erdgas und nimmt nur noch einen
Bruchteil seines gasförmigen Volumens ein. So kann ein Tanker mit einem Fassungsvermögen von 125.000 Kubikmetern mehr als 75 Millionen m³
Erdgas aufnehmen, was einem Jahresbedarf einer Stadt mit ca. 300.000 Einwohnern entspricht.
Das Pipelinenetz in Europa ist schier endlos, sodass ein Transport zum Verbraucher ohne weiteres gewährleistet ist. Alle 100 bis 200 Kilometer
befindet sich in einer Pipeline eine sog. Verdichterstation, mit der man das Tempo des Gases optimieren kann. Hat das Gas ein zu hohes Tempo, muss der
dabei entstehende Druck verringert werden. Bevor das Gas jedoch zu den Leitungen des jeweiligen Ortsnetzes fließen kann, muss es sog.
Reduzierungsanlagen durchlaufen, in denen der Druck weiterhin minimiert wird. Dies ist mitunter der wichtigste Teil der Reise, denn in diesen
Reduzierungsanlagen wird die Energie erzeugt, die für die Erzeugung von Strom genutzt werden kann.
Im Anschluss erreicht das Erdgas die örtlichen Fernleitungen und dann die jeweiligen Hausanschlüsse. Allein in Deutschland gibt es mehr als
360.000 Kilometer Rohrleitungen.
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Erdgasnutzung in Deutschland
Die weltweite Förderung von Erdgas betrug im Jahre 2004 ungefähr 2.689 Milliarden m³. Russland war hierbei mit 22 Prozent der
Hauptförderer, gefolgt von den USA mit 20 Prozent. Weitere wichtige Erdgasvorkommen befinden sich in Kanada, Großbritannien, Algerien,
Indonesien, Niederlande, Norwegen, Usbekistan, Iran, Argentinien, Mexiko, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Malaysia. Allerdings wird ein
Fünftel des Bedarfs in Deutschland überwiegend in Norddeutschland selbst gefördert.
Bisher deckt das Erdgas ungefähr 24 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und 2004 wurden weltweit Erdgasreserven von 170.942 Milliarden m²
nachgewiesen. Damit reichen die bisher entdeckten Reserven gut 70 Jahre.
In Deutschland betrug der Erdgas-Anteil am Gesamtenergieverbrauch im Jahre 2004 rund 22,5 Prozent, wobei rund 53 Prozent aller privaten Haushalte mit
Erdgas beheizt wurden.
Bis zum Jahre 2010 soll in Deutschland mit der politisch sehr umstrittenen „Nordeuropäische Gasleitung“, die Versorgung mit Erdgas weiter
gesichert werden. Die derzeitige Pipeline zwischen Russland und Greifswald deckt derzeit ungefähr 50 Prozent des Jahresbedarfs in Deutschland.
In Wilhelmshaven überlegt man seit sage und schreibe 25 Jahren, ob man einen Terminal für Flüssigkeitstanker bauen soll, um so die
Abhängigkeit von Importen über Pipelines zu reduzieren. In bestehenden Untergrundspeichern in Deutschland werden derzeit mehr als 18
Kubikmeter Erdgas gelagert, damit man kurzfristige Importstörungen und Bedarfsschwankungen auffangen kann.
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Weitere Verwendungsgebiete von Erdgas
Erdgas wird überwiegend für den Einsatz von Gasturbinenkraftwerke eingesetzt. Diese Anlagen dienen in Deutschland hauptsächlich zur
Deckung von Spitzenlasten. Die Gasturbinen besitzen eine hohe Schnellstartfähigkeit und stellen somit eine Betriebsreserve für weniger
schnell einsetzbare Dampfkraftwerke dar.
Allerdings wird Erdgas seit einigen Jahren auch als Treibstoff für Kraftfahrzeuge verwendet. An den Tankstellen wird das Erdgas als H-Gas und als
L-Gas verkauft. Das H-Gas besitzt ein höheren Energiegehalt als das L-Gas, was bei einem Kilo Erdgas ungefähr 15 Litern Benzin und 1,33
Litern Diesel entspricht.
Bis Ende 2006 waren in Deutschland mehr als 50.000 erdgas betrieben Fahrzeuge zugelassen und das Netz der Tankstellen setzte sich aus 700
Erdgastankstellen bundesweit zusammen. Die Tendenz hierbei ist stark steigend.
Vorteilig ist ein Erdgasfahrzeug auch wenigen der Steuerbegünstigungen, denn mit dem Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen
Steuerreform“ senkte die Bundesregierung den Normal-Steuersatz für Erdgasfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis ins Jahre 2020
und für Fahrzeuge, die mit Flüssiggas betrieben werden, bis zum Jahre 2009. 2006 wurde dieses Gesetz überarbeitet, sodass nun beide
Varianten bis 2018 steuerlich begünstigt werden. Durch die Steuervergünstigung ermäßigt sich der Preis für Erdgas um rund 50
Cent gegenüber einem Liter bleifreiem Benzin.
Die Automobilindustrie bietet seit 1995 serienmäßig Erdgas-Modelle an, wobei man auch Benzinfahrzeuge auf Erdgas umrüsten kann.
Allerdings ist dies sehr aufwendig und kostet bis zu 4.000 Euro.